Über Laborwerte

Anmerkungen zur Wichtigkeit der «Laborwerte» bei der «MPU»

  • Der MPU-Arzt ist Gutachter und als solcher neutral. Es ist nicht seine Aufgabe, bei gefundenen Auffälligkeiten (hier eine gefundenen normabweichende Erhöhung der Werte) nach Erklärungsmöglichkeiten zu suchen. Er untersucht «verkehrsmedizinisch anlassbezogen». Er sucht nach körperlichen Zeichen von Alkoholmissbrauch und führt keinen «Bodycheck» durch.
  • Der Arzt soll z.B. die Frage beantworten: «…ob zu erwarten ist, dass der Untersuchte auch in Zukunft ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluß führen wird…».Gefundene negative Indikatoren wird er immer mit einem möglichen aktuellen Alkoholmissbrauch in Zusammenhang bringen (müssen).
  • Deshalb ist es im Vorfeld bei Vorliegen auch nur leicht über der Norm erhöhter Werte nach Ersatzerklärungsmomenten zu suchen und sie möglichst attestieren zu können.
  • Mit «schlechten» Leberwerten ohne «Ersatzerklärung» (hier vor allem eine normabweichende Erhöhung des Leberenzyms Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transpeptidase) sowie des Blutwertes CDT (Carbohydrate Deficient Transferrin) ist ein MPU-Erfolg (d.h. eine positive Prognose) nicht zu erreichen.
  • Der zu Begutachtende braucht also zwingend ein Attest, dass auf Grund seiner Leberwerte nicht (zwingend) auf chronisch überhöhtem Alkoholkonsum und somit nicht allein auf alkoholtoxische Auswirkungen eines Langzeitkonsums geschlossen werden kann. Denn für einen Hausarzt sollte es aber ein leichtes sein, festzustellen, ob die Erhöhungen des Gamma-GT, bzw. des CDT-Wertes auf Alkoholüberkonsum oder auf eine andere Ursache zurückzuführen ist.

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