MPU – Inhalt des Gesprächs

Die Ergebnisse des Untersuchungsgesprächs mit dem Psychologen werden im «Medizinisch-Psychologischen Gutachten» festgehalten.

Wichtig ist, daß ein solches Gutachten «streng anlaßbezogen» erstellt werden muss, d.h. es dürfen nur solche Fragen gestellt werden, die im Zusammenhang mit der Fragestellung stehen. Und der Anlass (die Fragestellung) wird von der Fahrerlaubnisbehörde vorgegeben. Es handelt sich meistens nur um eine einzige Frage (es gibt aber auch «doppelte Fragestellungen», wenn ein Kraftfahrer mehrere unterschiedliche Delikte begangen hat), die beantwortet werden soll (werden muss).

Dies ist wirklich schon alles! Die ganze «psychologische Untersuchung» befasst sich nur mit dieser einen Frage! Falls Sie allerdings zu der Gruppe der «Mischtäter» zählen, also zu den Leuten, die sowohl mit Alkohol aufgefallen sind als auch auf anderem Weg Punkte gesammelt haben, wird natürlich auch noch geprüft, ob für alle weiteren aktenkundigen Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung eine erhöhte Rückfallwahrscheinlichkeit vorliegt.

Der Gutachter darf dabei nur Fragen stellen, die im Zusammenhang mit der Beantwortung der obigen Fragen stehen. Es geht nur um den Betroffenen, um Autos, um Alkohol/Punkte/Drogen und um zukünftiges Verhalten. Keinesfalls interessiert sich der Gutachter für die sexuellen Vorlieben der Betroffenen oder ähnliches (außer es gehört irgendwie zur Auffälligkeit dazu). Dies ist kein Scherz, solche Fragen werden mir seit vielen Jahren immer wieder gestellt.

Vielmehr möchte der Gutachter erfahren, ob Sie durch «Selbstbeobachtung», durch «Selbstkontrolle» und durch «Wissenszuwachs» Ihr aktuelles Verhalten so weit geändert haben, dass eine erneute Auffälligkeit unwahrscheinlich wird!

Deshalb wird er Ihnen Fragen zur Auffälligkeit selbst stellen, ob Sie die Bedingungen erkannt haben, die zu dieser Auffälligkeit geführt haben, ob Sie Konsequenzen aus der Auffälligkeit gezogen haben und ob die geänderten Verhaltensweisen in der Zukunft stabil bleiben.

Trauen Sie sich die Antworten auf diese Themenbereitung ohne Aufarbeitung mit professioneller Hilfe zu? Oder wäre es vielleicht eine Überlegung wert, sich hierfür im Vorfeld Unterstützung zu holen?

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