MPU – Ablauf und Inhalt der Untersuchung

Eine «MPU» besteht normalerweise aus 3 (4) Teilen:

1. Eingangsfragebögen

Sind ein bißchen aus der Mode gekommen. Neben ein paar medizinischen Grundfragen wird meist nichts mehr abgefragt. Aber die eine oder andere Begutachtungsstelle kann den einen oder anderen Fragebogen vorhalten.

Hier werden vor allem Fragen zur Person und momentanen Lebenssituation gestellt. Aber auch Wissen über Alkohol an sich und «Alkohol am Steuer» kann abgefragt werden. Alles andere ist zur Zeit nicht mehr üblich.

Insgesamt brauchen Sie die Fragebögen nicht überbewerten.

Ein bißchen Grundwissen über die Wirkungsweise von Alkohol (bei Alkoholfragestellung) kann nicht schaden. Und ein bißchen Wissen um die Eckpunkte seines Lebens (Heirat, Anzahl Kinder, usw.) wird wohl auch kaum jemandem ernsthaft in Bedrängnis bringen.

2. Medizinische Untersuchung

Hier geht es vor allem um das Feststellen aktuellen Alkohol- oder Drogenkonsums, bzw. um die Diagnose eines früheren starken Missbrauchs von Alkohol oder Drogen im näheren Vorfeld einer «MPU». Finger-Finger-Versuch, Seiltänzergang, Tasten, ob die Leber vergrößert ist, usw. sollen hier Aufschluss geben.

Punktetäter brauchen hier gar nichts befürchten.

Drogenauffällige Kraftfahrer müssen im Vorfeld einen mindestens 6-monatigen Drogenfreiheitsnachweis («Drogenkontrollprogramm») nach forensischen Gesichtspunkten (Einbestellung innerhalb von 24 Stunden und pinkeln unter Sichtkontrolle) bereits mitbringen. Alternativ kann zum Begutachtungszeitraum eine Haarprobe genommen werden für zurückliegende Zeiträume. Dazu müssen die Haare allerdings in ausreichender Länge vorhanden sein.

Was genau für Bedingungen im Vorfeld erfüllt werden müssen, lässt sich nur nach einem intensiven Vorgespräch klären. Das statt-gehabte «Konsummuster» ist hier entscheidend. Scheuen Sie sich nicht und rufen Sie an!

Denn bringt jemand diese Vorleistungen nicht, kann er sich den Weg zur MPU sparen!!!

Wichtig sind bei «Alkoholtätern» hier vor allem die «Leberwerte» («Laborwerte»), aber auch alle anderen körperlichen Anzeichen (starkes Fingerzittern, «Säufernase», evtl. gar eine «Fahne»), die alkoholbedingt interpretiert werden können.

Obiges gilt aber nur noch für «MPU-Kunden», die zukünftig «kontrolliert» mit Alkohol umgehen wollen.

Entschließt sich jemand, zeitlich unbegrenzt auf den Konsum von Alkohol gänzlich verzichten zu wollen, muss auch er an einem «Alkoholfreiheitsnachweis» vergleichbar mit dem «Drogenkontrollprogramm» teilnehmen.

Bei der medizinischen Untersuchung kann man besonders deutlich den Begriff der «Entlastungsdiagnostik», der für die gesamte MPU gilt, erklären:

Wichtig!

Es ist nicht Aufgabe des Arztes, einen «Bodycheck oder Körper-TÜV» bei dem Betroffenen durchzuführen. Einziges Ziel des Arztes ist es, nach Anzeichen zu suchen, die auf Alkohol-/Drogenmissbrauch hinweisen! Findet er keine, darf man weitermachen. Findet er welche, ist «das Spiel» schon gelaufen und man «darf» ca. 6 Monate später noch einmal «antreten».

Denn:

Es ist nicht Aufgabe des Mediziners, nach Ersatzerklärungen beispielsweise für gefundene «alkoholtypische Auffälligkeiten» zu suchen. Wenn er welche findet, MUSS er auf Alkoholmissbrauch schließen! Es kommt also darauf an, dass Sie im Vorfeld einer solchen Untersuchung bei Auffälligkeit (z.B. auffällige «Laborwerte») sich im Vorfeld ein Attest besorgen oder ähnlich nachweisen, dass diese Auffälligkeit eben nicht alkoholbedingt ist (das klappt natürlich nur, wenn es diese Erklärung auch wirklich gibt).

Also:

VOR der Untersuchung abchecken, ob alles in Ordnung ist. Dann klappt es auch mit der «MPU»!

3. Leistungstest/Test-diagnostischer Teil

Bei diesem Teil der «MPU» sitzen Sie vor einem Computer und müssen verschiedene Programme bedienen, die für das Auto fahren wichtige «Dimensionen» abbilden, wie z.B. «Konzentrationsfähigkeit», «Reaktionsfähigkeit», usw.

Dieser Leistungstest ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden und es wird immer mehr Wert auf das Erbringen einer Mindestleistung gelegt.

Besteht jemand diesen Test nicht, muss nicht gleich die gesamte «MPU» wiederholt werden. Aber er muss dann eine Fahrprobe zusammen mit einem Fahrlehrer und einem Psychologen absolvieren. Sollte auch dies schief gehen, wird das mit dem angestrebten Führerschein nichts!

4. Das Psychologengespräch

Der wichtigste Teil der «MPU»! Der Psychologe hat die (undankbare?) Aufgabe, eine Vorhersage über das zukünftige Verkehrsverhalten einer vor ihm stehenden, bzw. sitzenden Person erstellen zu müssen. Um dies zu tun, greift der Psychologe erst einmal auf die ihm vorliegenden Fakten zurück. Zur Vorbereitung (doch, auch der Psychologe bereitet sich vor!) bekommt er die Fahrerakte automatisch von der Fahrerlaubnisbehörde zugesandt. Diese «objektiven Befunde» (in der Akte stehen alle heute noch wichtigen verkehrsbezogenen Verfehlungen der letzten 10 bis 15 Jahre) dienen als Gesprächsgrundlage. Der Gutachter hat also zu Beginn des Gesprächs schon ein gewisses Vorwissen.

Neben den aktenkundigen früheren Verfehlungen möchte der Gutachter auch herausfinden, ob Sie Ihr damaliges Leben in Bezug zu den Auffälligkeiten realistisch sehen.

Außerdem möchte der Gutachter etwas darüber erfahren, wie sich die augenblickliche Lebenssituation des Kunden darstellt. Diese Ergebnisse bilden dann die Entscheidungsgrundlage für die Begutachtung. Und nur dann, wenn alle Teile «zusammen passen», wenn genügend Unterschiede zwischen dem «Früher» und dem «Heute» festgestellt werden können (sich das «Heute» also deutlich positiv vom «Früher» unterscheidet), wird der Gutachter sich entschließen können, eine positive Schlussfolgerung zu ziehen.

Ohne fachliche Hilfe ist es nur sehr schwer, diese Anforderungen zur Zufriedenheit aller lösen zu können.

Deshalb sollten Sie meine Dienstleistungsangebote prüfen!